Alejandro Fernández - Der Meister des Tempranillo
Der Aufstieg des Alejandro Fernández von bescheidenen Verhältnissen zu einer der bedeutendsten Winzerpersönlichkeiten ist längst Legende. Der Mann aus Pesquera, einem Dorf am Duero, träumt seit frühester Kindheit von einem eigenen Weingut. Die erste Hälfte seines Lebens bringt ihn diesem Traum jedoch keinen Schritt näher. Er verdingt sich als Landarbeiter, als Tischler, schließlich als Vertreter für eine Landmaschinenfabrik.
Erst als diese den Betrieb einstellt, beginnt Alejandro sich eine eigene Existenz aufzubauen. Er nimmt ein Darlehen auf, kauft einen Weinberg und eine alte Kellerausrüstung und nennt das Weingut nach seinem Geburtsort: Tinto Pesquera – der Rote aus Pesquera. Das war 1974. Alejandro war 42 Jahre alt und seine Heimat, Ribera del Duero, eine weitgehend unbekannte Weinbauregion. Doch das sollte sich bald ändern. Der Autodidakt setzt auf kompromisslose Qualität, viel Extrakt und vor allem die Rebsorte Tempranillo. Er gewinnt zunehmend Freunde für seine gehaltvollen und konzentrierten Tropfen. Einer von ihnen schließlich ist der junge Robert M. Parker, dessen Entdeckung des Tinto Pesquera als "Pétrus Spaniens" Alejandro und mit ihm der ganzen Region zum Durchbruch verhilft.
Doch trotz des Welterfolgs bleibt Alejandro Fernández ungemein bodenständig und vor allem rastlos. Für seine insgesamt vier Töchter gründet er drei weitere Weingüter in der Ribera, La Mancha und der Tierra del Vino de Zamora, und beweist jedes Mal aufs Neue, dass er der uneingeschränkte Meister des Tempranillo ist.
Tinto Pesquera - Der "Pétrus" Spaniens
Alles, was Alejandro Fernández später berühmt machen sollte, begann 1972 mit einer 350 Jahre alten Steinpresse. Mit ihrer Hilfe erzeugte er seinen ersten Jahrgang des Tinto Pesquera. Heute steht der Name seines Weinguts Tinto Pesquera für einige der begehrtesten Weine der Welt. Vielfach haben sie Weinliebhaber rund um den Globus überhaupt erst für spanischen Wein begeistert.
Die gut 200 Hektar Weinberge, von denen das Rebgut für Tinto Pesquera stammt, befinden sich in sehr unterschiedlichen Höhen von 500 bis knapp über 1.000 Metern. Jede Parzelle für sich leistet einen wertvollen Beitrag zum Geschmacksbild der Weine und wird deshalb separat ausgebaut. Einer weiteren Besonderheit im Weinberg verdankt Pesquera gleich bleibend vollreifes, gesundes Rebgut von hoher Aromenkonzentration. Dank der von Alejandro Fernández in der Ribera eingeführten Reberziehung, profitieren die Trauben des Nachts von der Wärme des Bodens.
Condado de Haza - Ein Château am Duero
Als Alejandro Fernández in der Nähe von Roa am Duero einen Südhang mit verwahrlosten Rebstöcken entdeckte, wusste er, dass dies der Ort für das Weingut sein würde, von dem er immer geträumt hatte. Eine Bodega, die nach dem Vorbild eines Bordeaux-Châteaus inmitten ihrer Weinberge steht.
Da die gut 200 Hektar, die sich vom Flussufer bis auf einen über 900 Meter hohen Hügel erstrecken, Hunderten von Eigentümern gehörten, musste er jahrelang verhandeln, bis er 1989 die ersten neuen Tempranillo-Rebstöcke pflanzen konnte. Alejandro nannte sein zweites Weingut, das gut 20 Kilometer flussaufwärts von Pesquera liegt, nach dem nahe gelegenen, befestigten Dorf Condado de Haza. Seinem charakteristischen Weinstil ist er treu geblieben: Aus 100% Tempranillo und einem Reifelager von mindestens 15 Monaten in Barriquefässern entstehen opulent fruchtige und konzentrierte Rotweine, die bereits seit dem ersten Jahrgang 1993 ein rares Gut sind!

