Star-Sommelière Natalie Lumpp empfiehlt stilsicher Weine zu Speisen >>
Essen und Wein erfolgreich kombinieren -
Tipps für die Vermählung von Wein und Essen
Die einfachste Regel bei der Auswahl des richtigen Weines zu einer Speise ist, zu einem feinen Gericht einen eleganten, geschliffenen Wein zu wählen oder umgekehrt zu einem rustikalen Gericht einen kräftigeren und robusteren Wein zu genießen.
Wichtig ist es, die Aromen des Essens und der Wein zu erkennen, denn dann können Sie beide passend kombinieren. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Bei der Harmonie durch übereinstimmende Aromen werden Essen und Wein durch aromatischen Gleichklang in Harmonie vereint. Gerichte mit Paprika passen bspw. sehr gut zu Weinen aus Cabernet Sauvignon, da diese Weine zumeist ein Paprika-Aroma besitzen. Ein fein gedämpftes Fischfilet ergänzt sich wunderbar mit einem eleganten Riesling oder einem schlanken Weißburgunder.
Mit der Harmonie durch Schaffung von Gegensätzen können Sie den Spieß dann auch einmal umdrehen. Neben Weinwissen brauchen Sie bei dieser Art der Weinauswahl zum Essen viel Fingerspitzengefühl. Damit lassen sich ergänzende oder gegensätzliche Aromen bei Weinen und Speisen zu effektvollen Kombinationen vereinen. Eine fette Sauce kann mit einem kraftvollen Wein schnell zu sättigend werden. Daher wählen Sie hier eher einen eleganten Weißwein mit kraftvoller Säure.
Als dritte Grundregel können Sie sich merken, dass regionale Weine und regionales Essen in der Regel sehr gut zusammen passen. Denn die Weine einer Region ergänzen vorallem hervorragend die Zutaten der regionalen Speisen, die dort wachsen.
Welcher Wein zum Essen - Der Menüaufbau und die Weinfolge
Bei der Zusammenstellung eines Menüs empfehlen wir, sich um eine gelungene und harmonische Abfolge der Gänge zu bemühen. Das gesamte Menü sollte in einem nachvollziehbaren Zusammenhang stehen. Am besten Sie wählen zu Beginn leichtere Speisen und steigern sich zu kräftigeren.
Dieses Vorgehen gilt auch für die Weinauswahl. Servieren Sie zu einem Menü verschiedene Weine, dann gibt es zuerst die leichten und dann die kräftigen Weine.
Für die Folge von trockenen und süßen Weinen gilt allgemein: Erst die trockenen Weine genießen, dann die süßeren Tropfen. Wie so oft bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. So empfehlen wir, zur klassischen Gänseleber-Vorspeise einen Süßwein zu servieren. Trinken Sie danach gleich ein trockenen Weißwein, wird diesem sein Schmelz genommen und er wirkt oft zu leicht und flach. In solchen Fällen sollten Sie Ihren Gaumen mit Wasser, Brot oder einem Consommé neutralisieren.
Auch das Aroma und die Würze der Gerichte sollten sich optimalerweise von Gang zu Gang steigern. So verhindern Sie, dass ein nachvolgender Gang von seinem Vorgänger übertrumpft wird.
Auch diese Reihenfolge sollten Sie bei den Weinen in einem Menü berücksichtigen. Reichen Sie aromatische Weine erst nach den schlankeren und neutralen.

