In Kürze: Tannine sind pflanzliche Gerbstoffe, die aus den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben sowie aus dem Eichenholzfass in den Wein gelangen. Sie geben dem Wein Struktur, Körper und Haltbarkeit und erzeugen das pelzig-trockene Mundgefühl, das man Adstringenz nennt. Rotwein enthält viele Tannine, Weißwein kaum – und mit zunehmender Reife werden Tannine weicher und runder.

  1. Was Tannine sind und woher sie kommen
  2. Wie sich Tannine anfühlen
  3. Warum Rotwein mehr Tannine hat als Weißwein
  4. Tanninreiche und tanninarme Rebsorten
  5. Tanninbetonte Weine bei Ludwig von Kapff
  6. FAQ – Häufige Fragen zu Tanninen

Was Tannine sind und woher sie kommen

Tannine sind natürliche Gerbstoffe, die in den Schalen, Kernen und Stielen der Weintraube sitzen. Bei der Gärung lösen sie sich aus diesen Bestandteilen und gehen in den Wein über. Eine zweite Quelle ist das Eichenholzfass: Reift der Wein im Barrique, gibt das Holz zusätzliche Tannine ab.

Im Wein wirken Tannine als natürlicher Schutzschild gegen Oxidation und verlängern so die Haltbarkeit. Sie zählen zu den vier Grundpfeilern eines Weins – neben Frucht, Säure und Alkohol. Zudem sind sie vor allem für die Struktur kräftiger Rotweine verantwortlich.

Ein Glas Rotwein vor einem Holzfass im Weinkeller.
Neben einzelnen Bestandteilen der Trauben gibt auch das Fass Tannine an den reifenden Wein ab.

Wie sich Tannine anfühlen

Tannine haben keinen eigenen Geschmack, sondern prägen das Mundgefühl. Sie binden die Eiweiße im Speichel, was ein trockenes, pelziges Ziehen auf Zunge und Zahnfleisch auslöst – diese Empfindung heißt Adstringenz. Je mehr Tannine ein Wein enthält, desto kräftiger fällt sie aus.

Mit der Reife verändern sich die Tannine spürbar. In jungen Weinen wirken sie oft kantig und herb, mit den Jahren verbinden sie sich zu längeren Molekülketten und setzen sich als Depot ab. Der Wein wird dadurch weicher, samtig und runder. Genau dieser Vorgang macht tanninreiche Rotweine lagerfähig.

Warum Rotwein mehr Tannine hat als Weißwein

Der Unterschied entsteht bei der Herstellung. Rotwein vergärt auf der Maische, also zusammen mit den Beerenschalen und Kernen, aus denen sich Farbstoffe und Tannine lösen. Weißwein wird dagegen meist schon vor der Gärung gepresst, sodass nur der Saft vergärt – er enthält deshalb kaum Tannine.

Tannine erklären auch, warum kräftige Rotweine zu herzhaften Speisen passen. Da sie Eiweiße binden, harmonieren tanninreiche Weine mit fettem Fleisch, Steak oder reifem Hartkäse: Die Proteine der Speise mildern die Adstringenz, und der Wein wirkt im Mund weicher.

Tanninreiche und tanninarme Rebsorten

Der Tanningehalt hängt stark von der Rebsorte ab. Die folgende Übersicht ordnet bekannte Sorten nach ihrer typischen Tanninstärke.

Tanninreich (kräftig, strukturiert)Tanninarm (weich, samtig)
Cabernet SauvignonSpätburgunder (Pinot Noir)
Nebbiolo (Barolo)Gamay
SyrahPrimitivo
TannatTrollinger

Tanninreiche Rebsorten profitieren von einer gewissen Reife, damit sich ihre Gerbstoffe abrunden. Wer einen weicheren Wein bevorzugt, greift zu tanninarmen Sorten wie Spätburgunder, die schon in jungen Jahren zugänglich schmecken.

Tanninbetonte Weine bei Ludwig von Kapff

Wer die Struktur kräftiger Gewächse schätzt, findet in unserer Auswahl an tanninbetonten Weinen die passenden Vertreter. Auch unser allgemeines Sortiment an Rotweinen umfasst samtige Spätburgunder ebenso wie gerbstoffstarke Cabernet Sauvignons.

Ein tanninreicher Rotwein zeigt sein Potenzial am besten mit etwas Luft. Geben Sie jungen, kräftigen Weinen vor dem Genuss Zeit zum Atmen oder dekantieren Sie sie, damit die Gerbstoffe weicher und zugänglicher werden.

FAQ – Häufige Fragen zu Tanninen

Was bedeutet »tanninreich« bei Wein?

Ein tanninreicher Wein enthält viele Gerbstoffe und wirkt im Mund trocken und leicht pelzig (»adstringierend«). Solche Weine haben Struktur und sind meist gut lagerfähig.

Welcher Wein hat wenig Tannine?

Tanninarm sind vor allem Weißweine sowie Rotweine aus Sorten wie Spätburgunder, Gamay oder Trollinger. Sie schmecken weich und sind früh zugänglich.

Warum fühlt sich Rotwein manchmal pelzig an?

Das pelzige Gefühl ist die Adstringenz, die durch die im Rotwein enthaltenen Tannine entsteht. Diese Gerbstoffe binden das Eiweiß im Speichel, wodurch der Mund kurzzeitig trocken wirkt.

Haben Weißweine Tannine?

Ja, allerdings enthält Weißwein nur sehr wenige Tannine, da er vor der Gärung gepresst wird. Etwas mehr Gerbstoff zeigen im Holzfass gereifte oder maischevergorene Weißweine.