Die kurze Antwort: Ein Wein gilt in Deutschland offiziell als süß, wenn er mindestens 45 Gramm Restzucker pro Liter enthält. Besonders bekannt für ihre süße Ausprägung sind Riesling als Spätlese oder Auslese, Gewürztraminer, Muskateller und Scheurebe. Außerdem internationale Klassiker wie Sauternes, Tokajer und Moscato d’Asti. Auch Rotwein kann süß ausfallen, etwa als süße Spätlese aus Dornfelder.

  1. Was macht einen Wein süß?
  2. Die Süßegrade von Wein im Überblick
  3. Welche Rebsorten und Weine gelten als süß?
  4. Süße Weine bei Ludwig von Kapff entdecken
  5. FAQ: Häufige Fragen zu süßen Weinen

Was macht einen Wein süß?

Der Restzuckergehalt entscheidet darüber, ob ein Wein als süß gilt. Restzucker ist der Anteil an natürlichem Traubenzucker, den die Gärung nicht in Alkohol umwandelt und der im fertigen Wein zurückbleibt. Je mehr Zucker die Trauben vor der Ernte einlagern und je früher der Winzer die Gärung stoppt, desto höher fällt dieser Restzuckerwert aus.

In Deutschland gilt ein Wein offiziell als süß ab einem Restzuckergehalt von 45 Gramm pro Liter. Diese Grenze ist in der deutschen Weinverordnung definiert. Sie bildet gemeinsam mit den Stufen trocken, halbtrocken und lieblich ein vierteiliges System. Zudem beeinflusst ein weiterer Faktor die empfundene Süße – und zwar die Säure. Ein Wein mit hoher Säure schmeckt bei gleichem Zuckergehalt weniger süß, weil die Säure den Zucker geschmacklich ausbalanciert.

Die Süßegrade von Wein im Überblick

Die deutsche Weinverordnung unterscheidet vier Süßegrade nach Restzuckergehalt. Diese Einteilung findet sich auf vielen Etiketten und hilft bei der Auswahl des passenden Weins.

  • Trocken: bis 9 Gramm Restzucker pro Liter. Der Zucker tritt geschmacklich kaum in Erscheinung.
  • Halbtrocken: bis 18 Gramm Restzucker pro Liter. Eine feine Süße rundet den Wein ab, ohne zu dominieren.
  • Lieblich: bis 45 Gramm Restzucker pro Liter. Die Süße ist deutlich wahrnehmbar, wirkt aber noch harmonisch.
  • Süß: ab 45 Gramm Restzucker pro Liter. Der Wein präsentiert sich ausgeprägt fruchtig-süß.
  • Edelsüß: ein noch höherer Zuckergehalt, meist aus überreifen oder edelfaulen Trauben. Diese Weine zählen zu den Prädikaten Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.

Edelsüße Weine entstehen durch besondere Erntebedingungen. Überreife Trauben konzentrieren durch Wasserverlust ihren Zuckergehalt, und die Edelfäule (Botrytis cinerea) entzieht den Beeren zusätzlich Wasser und verdichtet Zucker sowie Aromen. Für Eiswein ernten Winzer die Trauben erst gefroren bei mindestens -7 °C. Beim Pressen trennt sich das Wasser als Eis ab, und ein hochkonzentrierter, süßer Most bleibt übrig.

Überreife Trauben am Rebstock vor der Spätlese.

Welche Rebsorten und Weine gelten als süß?

Manche Rebsorten neigen von Natur aus zu einer ausgeprägten Fruchtsüße oder eignen sich besonders für edelsüßen Ausbau. Diese Weißweinsorten und internationalen Weine gelten klassischerweise als süß.

  • Riesling als Spätlese oder Auslese: Die hohe Säure des Rieslings balanciert auch einen kräftigen Restzucker aus, sodass Aromen nach reifer Aprikose und Pfirsich die Süße tragen, die damit nie plump wirkt.
  • Gewürztraminer: Diese Rebsorte bringt intensive Aromen nach Litschi, Rose und exotischen Früchten mit. Winzer bauen sie häufig mit merklicher Restsüße aus.
  • Muskateller: Der Muskateller duftet blumig-traubig und zeigt oft eine feine, fruchtbetonte Süße.
  • Scheurebe: Mit ihrer Aromatik nach schwarzer Johannisbeere und Grapefruit gehört die Scheurebe zu den typisch süß ausgebauten deutschen Rebsorten.
  • Sauternes: Dieser edelsüße Weißwein aus dem Bordeaux entsteht durch Edelfäule und zählt zu den bekanntesten süßen Weinen Frankreichs.
  • Tokajer: Der ungarische Tokaji reift ebenfalls unter Einfluss der Edelfäule und bringt konzentrierte Aromen nach Honig und Trockenfrüchten mit.
  • Moscato d’Asti: Dieser fein perlende italienische Süßwein aus der Muskateller-Familie zeigt eine spritzige, fruchtige Süße bei niedrigem Alkoholgehalt.

Übrigens können auch Rotweine süß ausfallen, auch wenn die meisten süßen Weine weiß sind. Winzer bauen Dornfelder etwa gelegentlich als süße Spätlese aus, bei der die dunkle Beerenfrucht mit einer angenehmen Restsüße harmoniert.

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FAQ: Häufige Fragen zu süßen Weinen

Welche Weißweinsorte ist süß?

Riesling als Spätlese oder Auslese, Gewürztraminer, Muskateller und Scheurebe zählen zu den typisch süß ausgebauten Weißweinsorten.

Wie heißt süßer Wein?

Süße Weine tragen je nach Herkunft und Ausbau unterschiedliche Namen, zum Beispiel Spätlese, Auslese, Sauternes, Tokajer oder Moscato d’Asti.

Was ist der Unterschied zwischen lieblich und süß?

Lieblicher Wein enthält zwischen 18 und 45 Gramm Restzucker pro Liter, süßer Wein liegt darüber. Die Grenzen zwischen den einzelnen Süßegraden legt die Weinverordnung fest.

Gibt es süßen Rotwein?

Ja, auch Rotwein kann süß ausgebaut sein, etwa als süße Spätlese aus Dornfelder. Die meisten klassischen süßen Weine sind allerdings weiß.