Beim Blick ins Weinregal ist es Ihnen sicherlich schon aufgefallen: Auf der einen Weinflasche ist ein Vegan-Siegel zu finden, auf der anderen nicht. Vielleicht haben Sie sich die Frage gestellt: Ist nicht eigentlich jeder Wein vegan? Schließlich handelt es sich doch um ein pflanzliches Naturprodukt.
Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nein, nicht jeder Wein ist ein veganer Wein. Wann eine Weinherstellung vegan ist und worauf Sie beim Kauf achten müssen bzw. wie Sie beim nächsten Wein-Tasting mit Fachwissen glänzen können, erfahren Sie hier.
Vegane Weinherstellung
Gerade für Einsteiger kann das Thema überraschend sein oder sogar irritieren. »Warum ist Wein nicht vegan?« mag sich mancher fragen, Wein besteht doch »nur« aus Trauben. Das ist richtig, aber bereits seit Jahrhunderten werden bei einem ganz bestimmten Produktionsschritt traditionell tierische Produkte eingesetzt, nämlich bei der Klärung, bzw. Schönung.
Werden bei der Weinproduktion tierische Klärmittel verwendet, hat das Auswirkungen auf die Deklarierung. In diesem Fall spricht man davon, dass die Weinherstellung nicht vegan und entsprechend das Endprodukt auch kein veganer Wein ist.
Warum wird die vegane Weinherstellung immer wichtiger?
Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, wächst stetig. Mitmachaktionen wie der Veganuary, bei dem ein Monat auf den Verzehr von tierischen Produkten verzichtet wird, haben sich etabliert. Viele bezeichnen sich zudem als Flexitarier und konsumieren Fleisch nur gelegentlich. Die Beweggründe dafür sind vielfältig: Mehr Tierschutz, ein bewussterer Umgang mit Ressourcen sowie positive Effekte für Klima und Umwelt spielen eine zentrale Rolle.
Dieses wachsende Bewusstsein zeigt sich zunehmend auch unter Weinliebhabern. Sie interessieren sich längst nicht mehr nur für die Rebsorte oder Herkunft eines Weins, sondern hinterfragen auch den Herstellungsprozess. Dabei rückt besonders die Frage in den Fokus, welche Hilfsstoffe bei der Weinproduktion eingesetzt werden und ob diese tierischen Ursprungs sind. Für viele Genießer ist die Frage, ob die Weinherstellung vegan ist, von einem Nischenthema zu einem festen Kaufkriterium geworden. Entsprechend steigt die Nachfrage nach veganem Wein seit Jahren kontinuierlich und gewinnt im Weinhandel zunehmend an Bedeutung.
Wein-Einsteiger schätzen eine klar und einfache Orientierung, während erfahrene Weinkenner gezielt detaillierte Informationen zur Weinproduktion suchen. Immer mehr Winzer reagieren auf diese Entwicklung, indem sie ihren Herstellungsprozess transparent gestalten und anpassen – ohne dabei Abstriche bei Qualität oder Stil zu machen. Zunehmend wird offen kommuniziert, ob pflanzliche oder mineralische Hilfsstoffe verwendet werden, anstatt im Herstellungsprozess auf traditionelle Mittel wie Eiklar, Kasein oder Fischblasen bzw. Hausenblase zurückzugreifen.
Warum sind die meisten Weine nicht vegan?
Die Antwort auf die Frage »Warum ist Wein nicht vegan?« liegt im letzten Schritt der Weinherstellung, der Klärung bzw. Schönung. Denn so klar und rein, wie der Wein in der Flasche, bzw. im Glas daherkommt, ist er nicht von Anfang an. Direkt nach der Vergärung finden sich nämlich Trübstoffe darin. Um diese zu entfernen, setzen manche Winzer statt auf pflanzliche oder mineralische Stoffe, wie natürliche Mineralerde (Bentonit) oder Aktivkohle auf tierische Schönungsmittel. Dazu gehören Eiklar (Hühnereiweiß), Kasein (Eiweiß aus Magermilch), Gelatine (zum Beispiel aus Schweineknochen) oder Proteine aus der Fischblase, auch Hausenblase genannt. Am häufigsten wird übrigens Hühnereiweiß verwendet. Dabei reichen etwa drei Eiklar zur Klärung von 100 Liter Wein.
Diese Schönungsmittel haben die Eigenschaft, unerwünschte Gerbstoffe oder Schwebstoffe zu binden, die sich anschließend am Boden des Behälters absetzen. Zwar verbleiben sie nicht im fertigen Wein, dennoch gelten sie als tierische Hilfsstoffe. In diesen Fällen ist die Weinherstellung nicht vegan, selbst wenn der Wein geschmacklich unverändert bleibt. Setzen Winzer stattdessen auf natürliche Mineralerde oder Aktivkohle, die dieselbe Funktion erfüllen und nicht tierischen Ursprungs sind, ist der Wein vegan.

Weinherstellung: Vegan vs. nicht-vegan
Der Herstellungsprozess von veganem Wein und nicht-veganem Wein folgt also grundsätzlich denselben Schritten. Der Unterschied zeigt sich nur in einem Detail, wie die hier beschriebene Weinproduktion Schritt für Schritt erklärt.
- Lese und Verarbeitung der Trauben
Nach der Lese gelangen die Trauben in den Keller, wo die Winzer sie entrappen, d. h. die Beeren von den Stielen trennen, und pressen. Dieser Schritt ist immer vegan, unabhängig von der späteren Stilistik. - Gärung und Ausbau
Während der Gärung wandelt Hefe den Fruchtzucker des Traubenmosts in Alkohol um. Auch der Ausbau im Tank oder Fass kommt ohne tierische Hilfsstoffe aus. Bis hierhin unterscheidet sich die vegane Weinherstellung nicht von der klassischen Weinproduktion. Der Wein ist nach diesem Schritt trüb. - Klärung und Schönung
Erst bei der Klärung entstehen Unterschiede. Nicht-vegane Weine nutzen häufig Eiklar, Kasein oder Fischblase als Klärmittel. Veganer Wein verzichtet bewusst auf diese Stoffe und greift stattdessen auf pflanzliche oder mineralische Alternativen zurück. - Filtration und Abfüllung
Nach der Klärung wird der Wein filtriert und abgefüllt.
Vegane Alternativen zu tierischen Schönungsmitteln
Eine vegane Weinproduktion ist möglich und gar nicht so kompliziert. Die Natur bietet den Winzern eine Vielzahl an Möglichkeiten, um auf tierische Klärmittel zu verzichten, sowohl auf pflanzlicher als auch mineralischer Basis. Besonders verbreitet ist dabei Bentonit, eine natürlich vorkommende Mineralerde, die Eiweiße bindet und zuverlässig Trübungen entfernt.
Eine gute Alternative ist der Einsatz von Aktivkohle. Sie reduziert unerwünschte Farbstoffe oder Fehltöne. Die dritte Variante sind pflanzliche Proteine aus Erbsen oder Kartoffeln. Diese Hilfsstoffe ohne tierischen Ursprungs erfüllen ähnliche Funktionen wie Eiklar.

Schmeckt vegan hergestellter Wein anders?
Ein weit verbreiteter Mythos besagt, veganer Wein schmecke anders. Tatsächlich hängt der Geschmack vor allem vom Terroir, der Rebsorte und dem Ausbau ab – nicht von der Art der Klärung. Natürliche Hilfsstoffe haben keinen negativen Einfluss auf den Geschmack oder den Geruch.
Hier macht es auch keinen Unterschied ob ein Rotwein vegan oder der Weißwein vegan ist. Das Aromaprofil bleibt in jedem Fall erhalten. Darüber hinaus bestätigen viele Winzer, dass mineralische und pflanzliche Klärmittel besonders schonend wirken.
Woran erkenne ich veganen Wein?
Im Glas lässt sich ein veganer Wein nicht von einem nicht-veganen Wein unterscheiden. Denn tierische Hilfsstoffe kommen ausschließlich im Herstellungsprozess zum Einsatz und verbleiben nicht im Endprodukt. Umso wichtiger ist es, über die richtigen Erkennungsmerkmale Bescheid zu wissen.
Das Gute ist, es braucht keine Fortbildung zum ausgewiesenen Weinexperten oder das Lesen zahlreicher Fachbücher. Veganer Wein ist heute deutlich einfacher zu erkennen, als noch vor ein paar Jahren. Dazu beigetragen haben Aktionen, wie der Veganuary oder die sich gewandelten Ansprüche der Verbraucher. Als Resultat finden sich vermehrt Kennzeichnungen auf den Flaschen.
Die sicherste Orientierung bieten offizielle Vegan-Siegel, die garantieren, dass im gesamten Herstellungsprozess konsequent auf tierische Hilfsstoffe verzichtet wurde. Zu den bekanntesten Kennzeichnungen zählen das V-Label »vegan«, die Veganblume sowie das Vegan-Label der Veganen Gesellschaft Deutschland. Trägt eine Flasche eines dieser Siegel, ist der Wein ohne Einschränkung zu 100 Prozent vegan.
Ein weiterer Hinweis auf veganen Wein sind entsprechende Texthinweise wie »vegan« oder »100% vegan«. Umgekehrt finden sich manchmal Informationen im Kleingedruckten von nicht-veganen Weinen. Angaben wie »Enthält Ei« oder »Enthält Milchkasein« deuten darauf hin, dass tierische Stoffe bei der Klärung eingesetzt wurden. Aber Vorsicht: Fehlt ein solcher Hinweis, ist das keine Garantie für veganen Wein. Tierische Hilfsstoffe müssen nämlich rechtlich nicht deklariert werden, da sie im Endprodukt nicht mehr enthalten sind. Genau deshalb bleibt veganer Wein ohne Siegel oder klare Kennzeichnung für Verbraucher oft schwer erkennbar.
Wer sich das mühsame Suchen auf der Flasche oder die zeitintensive Recherche auf den Online-Seiten der Winzer sparen will, sollte auf Online-Shops mit umfangreicher Weinexpertise setzen. Im Webshop von Ludwig von Kapff finden Sie eine große Auswahl an veganem Wein, klar gekennzeichnet, geprüft und nur einen Klick entfernt. So sehen Sie bereits in der Produktübersicht oder auf der Detailseite, ob ein Wein vegan hergestellt wurde. Tierische Klärmittel wie Hühnereiweiß, Milcheiweiß oder Fischblasen schließen Sie damit zuverlässig aus – genau wie das Risiko, ungewollt einen nicht-veganen Wein zu bestellen.
Im Zweifel lohnt sich das direkte Nachfragen. Auch Ludwigs Weinberater unterstützt Sie rund um die Uhr bei der Auswahl. Übrigens: Die Kombination aus transparenter Kennzeichnung, fundierter Beratung, günstigem Versand und 30 Tagen Rückgaberecht macht den Online-Kauf veganer Weine bei Ludwig von Kapff besonders sicher und komfortabel.
Bietet veganer Wein immer Bio-Qualität?
Vegane Weine sind nicht automatisch Bioweine. Auch wenn in der Praxis viele vegane Weine gleichzeitig biozertifiziert sind, gibt es Ausnahmen von dieser Regel. Denn Bio-Winzer dürfen zur Klärung des Weins beispielsweise auch Bio-Gelatine oder Hühnereiweiß aus biologischer Haltung einsetzen. In diesem Fall handelt es sich zwar um eine ökologisch nachhaltige Herstellung, das Endprodukt ist jedoch nicht vegan.
Der Begriff »veganer Wein« bezieht sich ausschließlich auf den Verzicht tierischer Hilfsstoffe wie Eiklar, Kasein oder Fischblasen im Herstellungsprozess. Biowein hingegen unterliegt weiteren strengen gesetzlichen Vorgaben – sowohl im Weinberg als auch im Weinkeller. Beide Kriterien sind daher rechtlich unabhängig voneinander, auch wenn sie sich in der Praxis häufig überschneiden.
Im Sortiment von Ludwig von Kapff finden Sie übrigens eine große Auswahl an Bioweinen veganer Machart, die sowohl ökologischen als auch veganen Ansprüchen gerecht werden.
Vegane Weine entdecken und gezielt auswählen
Wer Wert auf Transparenz legt, profitiert bei der Auswahl veganer Weine vom großen Sortiment von Ludwig von Kapff. Dank detaillierter Produktinformationen treffen Sie eine sichere Entscheidung.
Bei Ludwig von Kapff finden Sie vegane Rotweine, vegane Weißweine und vegane Roséweine. Lassen Sie sich inspirieren.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei Ihrem Weinkauf!

FAQ – Häufige Fragen zur veganen Weinherstellung
Wird Wein durch eine Fischblase gefiltert?
Nein, aus der Fischblase gewonnenes Pulver kann zur Klärung von Wein eingesetzt werden, aber nicht zum Filtern, z. B. durch eine Membran.
Warum ist Rotwein nicht vegan?
Rotwein ist nicht vegan, wenn bei der Klärung tierische Schönungsmittel wie Eiklar (Hühnereiweiß), Kasein (Eiweiß aus Magermilch), Gelatine (zum Beispiel aus Schweineknochen) oder Proteine aus der Fischblase, auch Hausenblase genannt, verwendet werden.
Warum ist Wein nicht vegan?
Wein gilt als nicht vegan, wenn tierische Hilfsstoffe im Herstellungsprozess eingesetzt werden, auch wenn sie im Endprodukt nicht enthalten sind.
Wie wird Wein gefiltert?
Wein wird nach der Klärung bzw. Schönung durch verschiedene Verfahren mechanisch gefiltert. Dazu wird er unter Druck durch Filtermedien geleitet. Dieser Schritt ist in der Regel vegan, da keine tierischen Produkte zum Einsatz kommen.
Warum wird Wein durch eine Fischblase gefiltert?
Bei der Filtration von Wein spielt die Fischblase keine Rolle. Stattdessen kommen bei der Schönung bzw. Klärung aus der Fischblase gewonnene Proteine zum Einsatz. Diese binden Gerbstoffe und Trübstoffe besonders effektiv, weshalb sie traditionell in der Weinherstellung eingesetzt werden. Die Filtration erfolgt danach und unabhängig davon.
