In Kürze: Wein entsteht durch die Gärung von Traubensaft. Dabei wandelt Hefe den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlendioxid um. Die Weinherstellung folgt fünf Grundschritten – Lese, Maische, Gärung, Reifung und Abfüllung. Der entscheidende Unterschied zwischen Rot- und Weißwein liegt im Zeitpunkt des Pressens: Rotwein vergärt mitsamt den Beerenschalen, Weißwein wird vor der Gärung gekeltert.
- Was ist Wein überhaupt?
- Die Weinherstellung Schritt für Schritt
- Rotwein, Weißwein, Roséwein und Schaumwein – wo die Wege sich trennen
- Große Handwerkskunst: Die Weine bei Ludwig von Kapff
- FAQ – Häufige Fragen zur Weinherstellung
Was ist Wein überhaupt?
Wein ist vergorener Traubensaft. Den Kern jeder Weinherstellung bildet die alkoholische Gärung, bei der Hefen den natürlichen Fruchtzucker der Trauben in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln. Weil Weintrauben einen besonders hohen Zuckergehalt besitzen, eignen sie sich dafür besser als die meisten anderen Früchte.
Nach EU-Definition muss Wein aus den Beeren der Weinrebe gewonnen werden und mindestens 8,5% Alkohol enthalten. Die Kunst des Winzers besteht darin, diesen natürlichen Vorgang so zu steuern, dass aus der Traube ein Wein mit dem gewünschten Charakter entsteht.
Die Weinherstellung Schritt für Schritt
Vom Weinberg bis in die Flasche durchläuft Wein fünf wesentliche Stationen. Je nach Weintyp und Tradition variieren die Details, der grundsätzliche Ablauf bleibt jedoch gleich.
- Lese: Die reifen Trauben werden von Hand oder maschinell geerntet. Der Lesezeitpunkt entscheidet über Zuckergehalt und Säure und damit über den späteren Stil des Weins.
- Maische und Pressen: Die Trauben werden angequetscht. So entsteht die Maische – ein Gemisch aus Saft, Fruchtfleisch, Schalen und Kernen. Beim Weißwein folgt direkt das Keltern, beim Rotwein bleibt der Saft zunächst auf den Schalen.
- Gärung: Hefe verwandelt den Zucker in Alkohol. Dieser Prozess dauert je nach Wein einige Tage bis mehrere Wochen und bestimmt Alkoholgehalt sowie Aromabild maßgeblich.
- Abstich und Klärung: Der junge Wein wird vom Bodensatz getrennt und geklärt, damit er rein und stabil wird.
- Reifung und Abfüllung: Im Stahltank oder im Holzfass reift der Wein und gewinnt an Tiefe, bevor er auf die Flasche kommt.

Schon gewusst? Zwischen 1,2 und 2,5 Kilogramm Trauben braucht es, um einen Liter Wein herzustellen. Die genaue Menge macht sich vor allem an den verwendeten Rebsorten und dem vom Winzer angestrebten Stil fest.
Rotwein, Weißwein, Roséwein und Schaumwein – wo die Wege sich trennen
Der entscheidende Unterschied zwischen den verschiedenen Weinfarben entsteht an einem bestimmten Zeitpunkt im Herstellungsprozess, und zwar wenn die Schalen vom Saft getrennt werden. Rotwein vergärt auf der Maische, also mitsamt den Beerenschalen. Aus ihnen lösen sich Farbstoffe und Tannine, die dem Rotwein seine Farbe und Struktur geben.
Weißwein wird dagegen schon vor der Gärung gepresst, sodass nur der reine Saft vergärt. Für Roséwein bleiben die Schalen nur wenige Stunden im Saft, was die zarte Färbung und die mildere Bitterkeit gegenüber Rotwein erklärt. Schaumwein wie Sekt oder Champagner durchläuft anschließend noch eine zweite Gärung: Dem fertigen Grundwein wird eine Mischung aus Hefe und Zucker zugesetzt, deren Gärung die Kohlensäure erzeugt.
Große Handwerkskunst: Die Weine bei Ludwig von Kapff
Wer den Weg von der Traube zur Flasche kennt, schmeckt im fertigen Wein die Handschrift des Winzers heraus. In unserem Sortiment finden Sie Weine, die mit beeindruckendem Können gekeltert wurden. Einzelne Verfahren beleuchten wir in eigenen Beiträgen genauer: Warum nicht jeder Wein vegan ist, erklären wir im Artikel zur veganen Weinherstellung. Wie italienische Winzer Trauben vor der Gärung trocknen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Appassimento-Verfahren. Beide zeigen, wie stark einzelne Produktionsschritte den Charakter eines Weins prägen.
FAQ – Häufige Fragen zur Weinherstellung
Reife Trauben werden geerntet, angequetscht und vergoren. Dabei wandelt Hefe den Zucker in Alkohol um. Anschließend wird der Wein geklärt, reift im Tank oder Fass und wird abgefüllt.
Rotwein vergärt auf der Maische, also mit den Beerenschalen, die Farbe und Tannine abgeben. Weißwein wird vor der Gärung gepresst, sodass nur der Saft vergärt.
Je nach Rebsorte und Stil werden etwa 1,2 bis 2,5 Kilogramm Trauben für 1 Liter Wein benötigt.
Hefen wandeln den Fruchtzucker der Trauben in Alkohol und Kohlendioxid um. Dieser Vorgang bestimmt den Alkoholgehalt und prägt das Aroma des Weins.
