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Château Larose-Trintaudon

Weingüter mit einer wechselvollen Geschichte gibt es viele im Bordelais. Château Larose-Trintaudon jedoch spielt in dieser Hinsicht in einer eigenen Liga. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Geschichte und Tradition des Châteaus mit der markanten Schloss-Silhouette.

Aufstieg und Fall

Es war Henry Delaroze, der Eigentümer von Château Gruaud Larose und Château Larose Perganson, der im Jahr 1838 beschloss, seinem Besitz einen weiteren Weinberg auf einem »Trintaudon« genannten Gelände im Haut-Médoc hinzuzufügen. Dieser maß knapp 16 Hektar und wechselte schon zwanzig Jahre später in die Hände von Graf Ernest de Lahens. Mit großem Ehrgeiz und Weitblick erweiterte dieser die Anlage bis 1872 auf beachtliche 345 Hektar. Und auch die Qualität des Larose-Trintaudon stimmte. So sehr, dass der Wein vom Niveau her zwar einem klassifizierten Cru entsprach, doch für die Aufnahme in die berühmte Bordeaux-Rangliste von 1855 war es leider zu spät.

Trotzdem erhielt die Cuvée aus dem Haut-Médoc zahlreiche Auszeichnungen. 1874 stieg sie in den Rang eines Cru Bourgeois Supérieur auf und zehn Jahre später wurde sie auf der Weltausstellung in Amsterdam prämiert. Im selben Jahr, 1884, erfolgte schließlich der Bau des Schlosses Trintaudon mitsamt dem markanten Turm, der sich von Weitem sichtbar aus dem Rebenmeer erhebt.

Doch der Höhenflug wehrte nicht lange. Wie so viele andere Weingüter hatte auch Château Larose-Trintaudon ab 1890 mit der Reblaus zu kämpfen – gefolgt von einer Mehltau-Krise und zwei Weltkriegen. Das Anwesen wechselte in dieser Zeit oft den Besitzer. 1923 schlug gar ein gewisser Graf Tschernoff zu, der aus dem Weingut einen Milchviehbetrieb machte, allerdings vergeblich auf den Graswuchs wartete. Die letzten Rebstöcke wurden in den 1930er Jahren aufgegeben. Der einst so erfolgreiche Cru war damit Geschichte…

Die Rettung

Familie Forner, die sich mit Wein bestens auskannte, übernahm das Weingut im Jahr 1963 und begann Château Larose-Trintaudon zu retten. Sie wusste um das Potenzial der Weinberge und investierte viel: 175 Hektar Reben wurden neu angepflanzt, wissenschaftliche Expertise hinzugeholt, der Keller modernisiert und das Schloss renoviert. Nach und nach kehrte der alte Glanz zurück und der Wein von Larose-Trintaudon lag wieder zahlreich in den Kellern des Publikums. 1986 schließlich übernahm die Allianz-Gruppe das Anwesen, das zu einem der größten und wichtigsten Weingüter des Médoc aufgestiegen war.

Die neuen Besitzer entwickelten für Larose-Trintaudon einen langfristigen Nachhaltigkeitsplan. Vielleicht hatte auch die wechselvolle Geschichte des Châteaus dafür gesorgt, dass dieser schnell griff. 2010 erhielt das Gut als erstes europäisches Landwirtschaftsunternehmen eine CSR-Zertifizierung auf vorbildlichem Niveau. Heute ist Larose-Trintaudon Teil der Vignobles de Larose-Gruppe und seit 2020 erneut als Cru Bourgeois Supérieur klassifiziert. Damit ist der Wein mit dem auffälligen roten Etikett so erfolgreich und beliebt wie im 19. Jahrhundert. Wer ihn probiert, kostet von einer großen Geschichte.