Lambrusco: Prickelnde Vielfalt
Zwei Punkte schicken wir vorweg: 1. Lambrusco prickelt – nicht immer, aber fast. 2. Lambrusco ist kein einzelner Wein, sondern eine Kategorie. Man könnte auch sagen: Es ist eine Weinfamilie mit gemeinsamem Ursprung. Und der liegt in der Region Emilia-Romagna in Norditalien. Typisch für Lambrusco ist seine Vielfalt: Er kann als Rotwein, Rosé oder auch seltener als Weißwein ausgebaut sein. Von trocken bis lieblich ist er in allen Varianten anzutreffen. Und er muss nicht unbedingt prickeln. Aber das hatten wir schon. Besonders charakteristisch ist der fruchtbetonte Stil des Lambrusco, der durch die feine Perlage unterstrichen wird. Viele Varianten werden deshalb als Schaumwein vinifiziert, wodurch Lambrusco eine angenehme Frische erhält.
Dank seiner Vielfalt spricht Lambrusco ganz unterschiedliche Vorlieben an. Wer klassische italienische Rotweine schätzt, findet in den kräftigen Varianten ein würdiges Pendant zu Barbera oder Sangiovese. Liebhaber frischer Weine greifen gern zu helleren oder leicht süßlichen Rosés, während der seltene Lambrusco Weißwein hier eine weitere Alternative darstellt. Kurzum: Lambrusco ist ein vielfältiger und spritziger Begleiter für viele Anlässe und kulinarische Gelegenheiten.
Mehr als eine Rebsorte
Lambrusco ist nicht nur ein Weinname, sondern auch der Vorname mehrerer Rebsorten, die vor allem in der Emilia-Romagna angebaut werden. Jede Rebe bringt ihre eigenen Aromen, Charakteristika und regionalen Wurzeln mit sich. Die vier bedeutendsten Spielarten – Grasparossa, Sorbara, Salamino und Lambrusca di Alessandria – prägen die sensorische Vielfalt des Lambrusco ganz wesentlich. Die Rebsorten des Lambrusco im Überblick:
Rebsorte |
Aromenprofil |
Herkunft / Region |
Typischer Stil |
Grasparossa |
Dunkle Beeren, Veilchen, würzig |
Castelvetro, Modena |
Kräftig, tanninreich, trocken bis lieblich |
Sorbara |
Helle Beeren, florale Noten, frisch |
Sorbara bei Modena |
Zart, lebendig, meist trocken |
Salamino |
Kirsche, Pflaume, milde Säure |
Reggio Emilia, Modena |
Fruchtig, ausgewogen |
Alessandria |
Waldfrucht, leicht herb, rustikal |
Piacenza und Umgebung |
Ursprünglich, charakterstark |
Diese Vielfalt an Rebsorten macht Lambrusco Wein so spannend für Entdecker wie auch für erfahrene Liebhaber.
Ein Wein mit eigener Identität
Während Weine wie Chianti oder Barbera eher für ihren kräftigen, stillen Charakter stehen, überrascht Lambrusco mit seiner Vielseitigkeit – insbesondere durch seine perlende Frische. Auch im Vergleich zu italienischem Schaumwein wie Prosecco zeigt er ein eigenständiges Profil: dunklere Frucht, feiner Gerbstoff und ein breiteres Aromenspektrum, das von floralen bis würzigen Noten reicht. Ein weiterer Unterschied liegt in der Herkunft: Lambrusco stammt fast ausschließlich aus der Emilia-Romagna. Er ist sozusagen das Aushängeschild der Region.
Die Produktion des Schaumweins erfolgt traditionell im Tankgärverfahren, wodurch der Wein seine charakteristische Unbeschwertheit und den fruchtigen Ausdruck erhält.
Herkunftsregionen von Lambrusco (Auswahl):
- Modena – Zentrum der Lambrusco-Produktion, Heimat der Rebsorten Sorbara und Grasparossa
- Reggio Emilia – typisches Gebiet für Salamino
- Parma – kleinere Anbauzonen mit traditionellen Cuvées
- Mantua (Lombardei) – nördlichster Ausläufer des Anbaugebiets
- Romagna – gelegentlich mit regionalem Einfluss in der Cuvéebildung
Diese Herkunftsvielfalt unterstreicht: Lambrusco ist ein Wein mit regionalem Stolz – und dennoch offen für moderne Interpretationen.
Von der Ernte bis zum Glas – Wie wird Lambrusco hergestellt?
Die Herstellung von Lambrusco beginnt mit der sorgfältigen Lese der Trauben, meist zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Die unterschiedlichen Rebsorten, darunter Grasparossa, Salamino oder Sorbara, werden je nach Stilistik separat vinifiziert oder in charaktervollen Cuvées vereint. Dabei spielt der Erntezeitpunkt eine zentrale Rolle: Er beeinflusst nicht nur den Alkoholgehalt, sondern auch die Frische und Aromenausprägung des späteren Weins.
Ein Großteil der Lambrusco-Weine wird als Schaumwein produziert – häufig im sogenannten Charmat-Verfahren, das auch beim Prosecco angewandt wird. Hierbei erfolgt die zweite Gärung in Drucktanks, was dem Wein seine feine Perlage verleiht. Dieser Prozess bewahrt die lebendigen Fruchtaromen und verleiht dem Lambrusco seine beschwingte Art. Einige hochwertige Erzeuger setzen jedoch auch auf traditionelle Flaschengärung, um mehr Tiefe und Komplexität zu erzielen.
Lambrusco als Speisebegleiter
Lambrusco ist ein vielseitiger Begleiter zu Speisen – nicht zuletzt dank seiner Frische, seiner oft moderaten Alkoholgehalte und der ausgewogenen Balance von Frucht und Säure. Besonders gut harmoniert er mit der herzhaften Küche Norditaliens, etwa mit Salami, gereiftem Parmigiano Reggiano oder Pasta mit kräftigen Ragùs. Die feinperlende Struktur des Weins sorgt dafür, dass selbst üppige Gerichte nicht schwer wirken.
Auch zu moderner, internationaler Küche lässt sich Lambrusco hervorragend kombinieren. Ein fruchtiger, leicht restsüßer Lambrusco Rosé passt bestens zu gegrilltem Gemüse oder leichten Vorspeisen. Trockene Varianten mit mehr Struktur begleiten Fleischgerichte und mediterrane Speisen sehr gut.
Ein besonderer Tipp: Für festliche Momente oder als alkoholarme Alternative bietet sich ein alkoholfreier Rotwein mit Lambrusco-Charakter an – für den stilvollen Genuss ohne Umdrehungen. Entdecken Sie passende Varianten im Bereich alkoholfreier Rotwein.
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FAQ – Häufige Fragen zu Lambrusco
Lambrusco ist ein Wein, der aus verschiedenen autochthonen Rebsorten Norditaliens, insbesondere der Emilia-Romagna, hergestellt wird. Er ist bekannt für seine fruchtige Aromatik und wird häufig als perlender oder schäumender Rotwein vinifiziert.
Nein. Lambrusco gibt es in unterschiedlichen Stilrichtungen – von trocken (secco) über halbtrocken bis hin zu lieblich (amabile). Viele hochwertige Lambrusco-Weine sind trocken ausgebaut und bieten ein komplexes, gut strukturiertes Geschmacksprofil.
Lambrusco ist meist ein Schaumwein mit leichtem bis mittlerem Körper, fruchtbetonten Aromen und einer feinen Perlage. Er kann als Rotwein, Rosé oder auch als Weißwein ausgebaut sein und eignet sich sowohl als Solist wie auch als Speisebegleiter.
Lambrusco wird idealerweise gut gekühlt bei 8–12 °C serviert. Frischere Varianten eignen sich als Aperitif oder zu Antipasti, kräftigere passen hervorragend zu Pasta, Fleischgerichten oder Parmigiano Reggiano.
Der »beste« Lambrusco hängt vom persönlichen Geschmack ab. Wer auf Qualität achtet, sollte nach geschützten Herkunftsbezeichnungen wie Lambrusco di Grasparossa di Castelvetro DOC Ausschau halten.