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Trockener Wein
Trockener Wein kann eine ganze Symphonie aus Aromen zum Klingen bringen, die weit über einen einfachen Gegensatz zu süßen Tropfen hinausgeht. Hinter scheinbarer Einfachheit verbirgt sich oft köstliche Komplexität, die vom Abdruck des Terroirs bis hin zu ausgefeilten Reifenoten reicht. Gehen wir den feinen Unterschieden und Details nach, die jeden unserer trockenen Weine einzigartig machen.
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Was ist ein trockener Wein?

In der offiziellen Lesart verweist die Geschmacksangabe »trocken« unmissverständlich auf den Restzuckergehalt eines Weins. Trockener Wein kann jedoch auch leicht süßlich wirken: Die alkoholische Gärung wandelt die natürliche Süße des Traubenmosts in Alkohol um. Ein gewisser Anteil an Restsüße bleibt jedoch stets erhalten und auch der Alkohol selbst hinterlässt in einem trockenen Wein einen dezent süßlichen Eindruck. Hier ein Überblick über die Gesetzeslage:

  • Das deutsche Weingesetz begrenzt den Restzuckergehalt bei einem trockenen Wein auf maximal 4 Gramm pro Liter.
  • Eine Ausnahme bildet der Ausgleich durch Säure: Ein trockener Wein darf bis zu 9 Gramm Restsüße aufweisen, wenn sein Säuregehalt maximal 2 Gramm weniger misst. Beispiel: Ein Wein mit 9 Gramm Restzucker muss mindestens 7 Gramm Säure haben, um noch als trocken zu gelten. Hätte er 6,9 Gramm Säure, wäre er halbtrocken.
  • Für Schaumweine gelten andere Regeln. Die für die Perlage verantwortliche Kohlensäure maskiert den Restzuckergehalt zusätzlich. Deswegen kann ein als »trocken« etikettierter Schaumwein 17 bis 32 Gramm Restzucker pro Liter enthalten. Ein Stillwein mit so hoher Restsüße würde als lieblich gelten.


Wie schmeckt trockener Wein?

Die Bezeichnung »trockener Wein« wurde lange Zeit mit Eindimensionalität assoziiert. Zu Unrecht, denn Weine mit wenig Restsüße können sehr komplex sein und mit einem breiten Spektrum an Geschmackseindrücken aufwarten.

  • Trockener Weißwein: Diesen Weinstil kennzeichnet meistens eine lebendige Säure und ein frisches, klares Geschmacksprofil. Oftmals finden sich fruchtige Noten, die an Zitrusfrüchte, grüne Äpfel oder Birnen erinnern.  Durch mineralische Akzente, die an Schiefer, Feuerstein oder eine Meeresbrise denken lassen, erhält trockener Weißwein oft eine besondere Komplexität.
  • Trockener Rotwein: Hier ist die Aromenpalette breit gefächert. Sie erstreckt sich von dunklen Früchten wie Kirschen und Brombeeren über würzige Noten wie Pfeffer und Zimt oder Leder und Erde bis hin zu dezenten floralen Tönen.
  • Trockener Roséwein: Er vereint in der Regel die Frische weißer Weine mit der Fruchtintensität roter Weine. Typische Aromen sind Erdbeeren, Himbeeren und Grapefruit. Insbesondere trockener Roséwein aus der Provence erfreut nicht selten mit schlanker und eleganter Struktur.

Ein Wort zur »Trockenheit« von Weinen mit ausgeprägter Tanninstruktur: Für eine besondere Art des trockenen Geschmackseindrucks sind Tannine verantwortlich. Gerbstoffe ziehen die Mundschleimhaut zusammen und hinterlassen samtige bis pelzige Empfindungen auf der Zunge. Ihre adstringierende Wirkung hat jedoch nichts mit der Definition des Trockenheitsgrades beim Wein zu tun, selbst wenn die Bezeichnung »trocken« hier ihren Ursprung hat. Ein trockener Rotwein ist also nicht zwingend tanninreich – und umgekehrt.

 

Welcher Wein gilt als trocken?

Trockener Wein kann aus praktisch jeder Rebsorte hergestellt werden. Neben den Trauben selbst beeinflussen Klima und Ausbau maßgeblich den Süßegrad eines Weins. Während warme Klimazonen für höhere Zuckergehalte sorgen, prägt der Boden die Aromenvielfalt der Trauben. Die Dauer der Gärung wiederum beeinflusset die die verbleibende Restsüße im Wein. Die folgende Liste typischerweise trockener Weißweine versteht sich eher als allgemeine Richtschnur. Zum Beispiel gibt es den in der Regel trocken ausgebauten Müller-Thurgau auch als Süßwein, und auch ein sonst eher trockener Grauburgunder kann als halbtrockener Wein überraschen.

Weiße Rebsorten

Typischer Ausbau

Dominierende Aromen

Chardonnay

Trocken bis edelsüß

Apfel, Birne, Butter, Vanille (bei Barriqueausbau)

Chenin Blanc

Trocken bis edelsüß

Apfel, Birne, Honig, manchmal exotische Früchte

Muscadet

Sehr trocken

Zitrusfrüchte, grüne Äpfel, Steinobst

Müller-Thurgau

Trocken bis edelsüß

Apfel, Birne, manchmal leichte Muskatnote

Pinot Gris /Grauburgunder

Trocken bis edelsüß

Birne, Pfirsich, manchmal Gewürze

Riesling

Trocken bis edelsüß

Zitrusfrüchte, Apfel, Birne, manchmal petrolartige Noten

Sauvignon Blanc

Trocken bis halbtrocken

Grapefruit, Stachelbeere, Gras, Buchsbaum

Ähnliches wie bei den Beispielen für trockenen Weißwein gilt für rote Rebsorten, die trocken ausgebaut werden. Auch hier beeinflussen Boden und Klima den Geschmack maßgeblich. In Frankreich werden Cabernet Sauvignon und Syrah, in Spanien Tempranillo sowie in Italien Sangiovese traditionell jeweils als trockener Wein ausgebaut. Üblicherweise trockener Spätburgunder oder auch Lemberger begünstigen durch ihre breitere aromatische Palette auch halbtrockene bis süßliche Interpretationen.

 

Rote Rebsorten

Typischer Ausbau

Dominierende Aromen

Cabernet Sauvignon

Sehr trocken

Schwarze Johannisbeere, Cassis, Pflaume, Pfeffer, Tabak, manchmal Eukalyptus

Lemberger

Trocken bis halbtrocken

Schwarze Johannisbeere, Pflaume, Gewürze, manchmal Schokolade

Merlot

Trocken bis lieblich

Schwarze Kirsche, Pflaume, Tabak, manchmal Schokolade

Pinot Noir /Spätburgunder

Trocken bis edelsüß

Rote Früchte (Kirsche, Erdbeere), Waldbeeren, manchmal Pilze

Sangiovese

Trocken bis halbtrocken

Kirsche, Sauerkirsche, Tomate, Kräuter

Syrah/Shiraz

Trocken

Schwarze Früchte (Brombeere, Schwarze Johannisbeere), Pfeffer, Schokolade, manchmal Leder

Tempranillo

Trocken

Rote Früchte (Kirsche, Erdbeere), Kräuter, manchmal Leder


Welches Essen passt zu trockenem Wein?

Ein gelungener trockener Wein zeichnet sich durch Frische und Eleganz aus. Die lebendige Säure und die klare Struktur können feine Aromen in Speisen hervorheben und gleichzeitig einen spannenden Kontrast bilden. Einige klassische Kombinationen:

       Carpaccio vom Rind: kräftiger Tempranillo, Spätburgunder

       Gegrillte Jakobsmuscheln: mineralischer Sauvignon Blanc, eleganter Chardonnay

       Salat mit Ziegenkäse: säurebetonter Riesling, pfeffriger Grüner Veltliner

       Gebratenes oder gegrilltes Geflügel: Grauburgunder

       Rinderfilet: tanninreicher Cabernet Sauvignon beziehungsweise kräftige Bordeaux-Cuvée

       Lammbraten: würziger Syrah, komplexer Bordeaux

       Pasta mit Tomatensoße: fruchtiger Barbera, Chianti

       Käseplatte: mineralischer Riesling, körperreicher Weißburgunder


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