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Tegernseerhof - Regionale Identität bewahren

Er liegt inmitten einer der schönsten Weinlandschaften Österreichs und kann auf eine lange Tradition zurückblicken: der  Tegernseerhof der Familie Mittelbach in Unterloiben am Fuße von Dürnstein. Erbaut wurde der Hof bereits im Jahr 1176. Bauherr war das Benediktiner-Kloster Tegernsee. Dieses galt damals als Zentrum von Literatur, Buchkunst und  Gelehrsamkeit. Im Weingartenbüchl zu Tegernsee ist der Hof mit seinen Rebflächen erstmals 1427 vermerkt. Jahrhundertelang diente er dem Bayerischen Kloster als Lesehof. Anfang des 19. Jahrhunderts ging der Hof an das Kaisertum Österreich über und gelangte Jahrzehnte später in Privatbesitz. Zur fünften Generation der Besitzer gehören Franz Mittelbach und seine Frau Mathilde. Seit den 1970er Jahren haben sie den Weinbaubetrieb stets als Familiengut weitergeführt. Heute setzt Martin Mittelbach diese Tradition fort.

Martin Mittelbach



Die Reben des Tegernseerhofs gedeihen auf Steinterrassen, deren Urgesteinböden mit Wildkräutern begrünt sind. Zu den vielfach ausgezeichneten Lagen gehören Höhereck, Superin und Loibenberg sowie Steinertal und Kellerberg. In allen Einzellagen treffen unterschiedliche Luftmassen aufeinander: Kühle Winde aus den Seitentälern des Waldviertels und wärmere Luft aus der  pannonischen Tiefebene. Diese dauernde Luftzirkulation fördert u. a. die Aromenbildung in den Trauben, während die Steillagen den günstigen Einfallswinkel der Sonne gewährleisten und die Trockensteinmauern nachts der notwendige Wärmespeicher für die Reben sind. Überdies tragen die Bergterrassen dazu bei, dass Kälte ins Tal abfließen kann. Und auch die Donau hat ihren positiven Einfluss.

Nachdem die Reben das Jahr über mit Hingabe und Fingerspitzengefühl gepflegt worden sind, zieht sich die Weinlese auf dem Tegernseerhof oft bis in den kalten Dezember hinein. Gelesen werden die Trauben selbstverständlich äußerst selektiv per Hand. Das Resultat der aufwändigen Vinifizierung: Weine mit unverwechselbarer, finessenreicher Struktur und „Seele“.

Im Idealfall sind der Wein und das Glück Bruder und Schwester. Wenn ein Grüner Veltliner zum Beispiel eine faszinierende Aromenvielfalt zeigt und eine finessenreiche Struktur. Oder wenn ein Riesling durch Eleganz und Größe besticht. So unterschiedlich die mehr als ein Dutzend Weine vom Tegernseerhof auch sind: Für alle gilt ein gleichermaßen hoher Anspruch. „Herausragende Qualität muss es mindestens sein“, so Martin Mittelbach.

Der erste Schritt auf dem Weg dorthin: Die regionale Identität bewahren. Darin sieht Martin Mittelbach Verpflichtung und Leidenschaft zugleich. Dazu gehört auch, die klimatischen Einflüsse ebenso genau zu kennen und nachhaltig zu nutzen wie die Qualitäten des Bodens und das Potenzial der Lagen. Kreativität beim Umgang mit den Gegebenheiten: unbedingt! Neueste Techniken als sinnvolle Ergänzung handwerklicher Tradition und Erfahrung: immer wieder! Wilde Experimente: keinesfalls!

Am Ende kommt ohnehin alles auf ein Ergebnis an: auf Weine, die eine eigene Persönlichkeit besitzen und in ihrem Aromenspektrum, ihrer Struktur und ihrem Körper einzigartig sind.

Weine von Tegernseerhof

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