Geschmack und Aromen von süßem Rotwein
Volle Frucht voraus: Süßer Rotwein überzeugt mit einer weichen, zugänglichen Art und einem intensiven Aromenspiel. Sein Geschmack erinnert an reife Beeren und saftige Kirschen bis hin zu Pflaumenkompott und getrockneten Früchten. Der prägnante Restzuckergehalt verleiht dem Wein seine charakteristische Süße, die sich wunderbar mit einer milden Säure und samtigen Tanninen verbindet. Je nach Ausbau und Herkunft entfalten sich zudem feine Nuancen von Gewürzen, Schokolade oder Vanille. Dabei wirkt die Restsüße alles andere als eindimensional – vielmehr trägt sie zum gewünschten Geschmacksprofil bei.
Der Unterschied zwischen lieblich, süß und fruchtig
Selbst unter Weinfreunden herrscht gelegentlich Unsicherheit, wenn es um die Begriffe »lieblich«, »süß« und »fruchtig« geht. Zwar werden sie im Alltag gern synonym verwendet, doch in der Weinwelt gibt es klare Unterschiede. Zeit für eine Abgrenzung:
- Liebliche Weine enthalten zwischen 18 und 45 Gramm Zucker pro Liter. Dadurch schmecken die Weine spürbar süß, aber ausgewogen. Portugieser ist ein Beispiel für eine rote Traube, die oft lieblich ausgebaut wird.
- Süße Weine haben einen hohen Restzuckergehalt über 45 Gramm pro Liter. Sie wirken weich, rund und deutlich süß am Gaumen. Beliebte rote Rebsorten für solch süßen Wein sind Dornfelder, Brachetto, Lambrusco oder häufig auch Spätburgunder.
- Fruchtiger Wein beschreibt das Aroma, nicht den Zuckergehalt. Auch ein trockener Wein kann fruchtig schmecken, zum Beispiel nach Kirsche oder Beeren. Viele Weine der Sorte Primitivo bieten ein besonders intensives Fruchtaroma. (Zugegebenermaßen sind diese Weine oft mit etwas Restsüße kreiert.)
Süßer Rotwein als Speisebegleiter
Schluss mit dem Schattendasein: Trotz seines Rufs als Dessertwein eignet sich süßer Rotwein hervorragend als Begleiter von Speisen. Entscheidend ist dabei stets die Balance: Die Süße des Weins sollte mindestens der des Gerichts entsprechen. Dann entsteht ein harmonisches Zusammenspiel von Frucht, Würze und Tiefe. Lassen Sie Ihrer kulinarischen Kreativität freien Lauf. Zur Süße des Weins empfehlen wir:
- Tapas und Vorspeisen mit aromatischer Würze
- Nachspeisen mit roten Früchten wie Kompott oder Cremes
- Reife, cremige Käsesorten, insbesondere mit würzigem Charakter
- Schokoladenbasierte Desserts, besonders mit hohem Kakaoanteil
- Gerichte mit fruchtigen Saucen, etwa auf Basis von Beeren oder Zitrusfrüchten
- Speisen der orientalischen Küche mit getrockneten Früchten und intensiven Gewürzen
- Gerichte mit süß-salzigem Kontrast, etwa Speisen mit Honigglasur oder Frucht-Chutney
- Herzhaft geschmorte Speisen, bei denen süße und würzige Komponenten aufeinandertreffen
Süßer Rotwein mit hoher Qualität
Das Vorurteil, süßer Rotwein sei qualitativ minderwertig, gehört längst der Vergangenheit an. Heute entstehen süße Rotweine mit hoher handwerklicher Präzision – oft aus renommierten Lagen und unter sorgfältiger Kontrolle der Restsüße bei der Gärung. Erfahrene Winzer stimmen Süße, Säure und Frucht fein aufeinander ab und schaffen so ausdrucksstarke Weine mit Charakter. Von Dornfelder bis Spätburgunder bieten süße Rotweine anspruchsvolle Geschmackserlebnisse und sprechen Genießer an, die Offenheit für Vielfalt und Qualität mitbringen.
Herstellung von süßem Rotwein
Tadellose Traubenqualität, gutes Timing bei der Gärung und moderne Kellertechnik – das sind die Voraussetzungen für die Herstellung von erstklassigem süßem Rotwein. Entscheidend für die Restsüße im Wein ist der Restzucker, also der Anteil des natürlichen Traubenzuckers, der bei der Gärung nicht in Alkohol umgewandelt wird. Um diesen Restzuckergehalt zu bewahren, greifen Winzer auf verschiedene Methoden zurück. Eine verbreitete Praxis ist der kontrollierte Gärstopp. Dabei unterbricht der Winzer die alkoholische Gärung gezielt – beispielsweise durch Abkühlung oder Filtration der Hefen. Auf diese Weise bleibt ein gewünschter Anteil an Zucker erhalten, der dem Wein seine charakteristische Restsüße verleiht.
Eine weitere Herstellungsmethode von süßem Rotwein ist der Ausbau aus überreifen oder angetrockneten Trauben, wie er zum Beispiel beim Recioto geschieht. Hier konzentriert sich der Zuckergehalt bereits in der Beere. Das führt zu besonders dichten, süßen und aromatischen Weinen. Unter anderem in Portugal ist es zudem üblich, Weine wie Portwein mit hochprozentigem Alkohol aufzuspriten. Dieser Vorgang stoppt die Gärung, stabilisiert den Wein und verleiht dem Endprodukt einen einzigartigen Charakter.
Beide Techniken erfordern vom Winzer viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl – schließlich zielt der Prozess auf einen Rotwein mit feiner Balance aus Süße, Frucht, Alkohol und Säure ab. Süßer Rotwein ist also keineswegs ein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis handwerklicher Präzision – vom Anbau der Traube über die Gärung bis zur Abfüllung.
Beliebte Rebsorten für süßen Rotwein
Grenzenloser Genuss: Süßen Rotwein gibt es in verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Rebsorten. Jede Sorte bringt dabei ihre individuellen Merkmale in die Aromatik und Struktur des Weins ein – von beeriger Fruchtsüße über florale Noten bis hin zu feinen Gewürzakzenten. Je nach Herkunft und Ausbau entfaltet sich das typische Aromenspektrum auf ganz unterschiedliche Weise. Einige Trauben haben sich dabei besonders bewährt, weil sie von Natur aus ein hohes Mostgewicht mitbringen, über milde Tannine verfügen oder besonders gut mit einem gewissen Restzucker harmonieren. Hier einmal in der Übersicht:
Rebsorte |
Herkunft / Anbaugebiet |
Typische Aromen |
Besonderheiten |
Deutschland |
Kirsche, Brombeere, Holunder |
Dunkle Farbe, weiche Tannine, hohe Fruchtintensität |
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Süditalien (Apulien) |
Pflaume, Schwarzkirsche, Vanille |
Weiche Tannine, teilweise süßlicher Geschmack trotz trockenem Ausbau |
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Deutschland, Österreich |
Rote Beeren, Veilchen |
Geringe Säure, milde Struktur |
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Italien (Emilia-Romagna) |
Waldbeeren, Kirsche, Hibiskus |
Frisch und lebendig, oft prickelnd |
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Deutschland, Frankreich (als »Pinot Noir«) |
Erdbeere, Himbeere, Karamell |
Auch in restsüßer Variante fein und balanciert |
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Brachetto |
Italien (Piemont) |
Rose, Erdbeere, Himbeere |
Niedriger Alkohol, ideal als Dessertwein oder Aperitif |
Kaufen Sie süßen Rotwein bei Ludwig von Kapff
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FAQ – Häufige Fragen zu süßem Rotwein
Sehr süße Rotweine können aus verschiedenen Trauben gewonnen werden – zum Beispiel aus Dornfelder oder Spätburgunder (Deutschland) sowie aus Lambrusco (Italien). Auch gespritete Weine wie Portwein schmecken süß. Diese Rotweine haben einen hohen Restzuckergehalt. Ihr Geschmack ist besonders reichhaltig und oft fruchtintensiv.
Die Grenze zwischen lieblichem und süßem Wein liegt bei 45 Gramm Zucker pro Liter. Liegt der Restzucker über diesem Wert, ist der Wein nicht mehr lieblich, sondern süß. Mit 50 Gramm pro Liter liegt zum Beispiel der Cherubino Lambrusco Grasparossa di Castelvetro nah an besagter Grenze zwischen lieblich und süß, weinrechtlich ist er süß.
Im Weinrecht bedeutet »lieblich«, dass der Wein einen Restzuckergehalt zwischen 18 und 45 Gramm pro Liter aufweist. Liebliche Rotweine schmecken weich, rund und angenehm süß. Dabei bleiben sie dank ihrer harmonischen Fruchtsäure geschmacklich balanciert.
Nein. Zwar werden die Begriffe oft synonym verwendet, doch im Weinrecht gibt es klare Unterschiede: »Lieblich« bezeichnet Weine mit einem Restzucker zwischen 18 und 45 Gramm pro Liter. Mit mehr als 45 Gramm Zucker pro Liter gilt ein Wein dann als »süß«. Im Geschmack macht sich der Unterschied oft deutlich bemerkbar.